August 2011


Und weil es so schön war, hier noch ein Artikel des Spektakel-Magazins zur Tanzdemo in Düsseldorf. Vielleicht eine Anregung, sich auch einmal näher mit der Situation in Neuss zu beschäftigen…

Am Samstagabend zogen einige Hundert DemonstrantInnen mit fantasievollen Bollerwagen und lauter Musikbegleitung durch Düsseldorf. Die Tanzdemo richtete sich gegen zunehmende Gentrifizierung und verfocht das Recht auf Stadt.
Nicht nur die Musikbeschreibung im Demoaufruf, auch die Atmosphäre auf dem Hermannplatz erinnerte ein wenig an die Love-Parade. AktivistInnen hatten mehrere LKW und Feuerwehrwagen mit Soundsystemen aufgerüstet, aus denen Elektro, Drum’N’Bass, aber auch Soul schallte. Wäre dies wirklich die Love-Parade gewesen, hätte man die Wagen wohl Floats genannt. Aber es war ja keine und die LKW fuhren auch nicht im Kreis über den Platz, sondern begleiteten mehrere Hundert DemonstrantInnen von Flingern bis zum Friedrichstädter Fürstenplatz.
Die alte Redensart “Die Verhältnisse zum Tanzen bringen” wurde am Samstag in Düsseldorf endlich einmal ernst genommen. Das Freiräume für Bewegung-Bündnis hatte zur ersten Tanzdemo in der Landeshauptstadt aufgerufen. Unter dem Motto “Reclaim your City” (Erobere deine Stadt zurück) wollten die InitiatorInnen gegen steigende Mietpreise und dadurch bedingte Verdrängung von Einkommensschwachen aus dem Zentrum sowie für lebenswerte Stadtviertel demonstrieren. “.. im Kapitalismus wird auch Stadt zur Ware. Und alle, die sich ihr Recht auf Stadt trotzdem nehmen und dabei das innerstädtische Konsumparadies stören, werden immer stärker und systematisch vertrieben, kontrolliert und schikaniert”, schrieb das Kulturbündnis dazu in seinem Demoaufruf , “Öffentliche Orte an denen man sich, ohne Geld ausgeben zu müssen, aufhalten kann, werden immer weiter dezimiert, reglementiert und privatisiert.”
Begleitet von einem etwas übertrieben wirkenden Polizeiaufgebot zogen die überwiegend jungen DemonstrantInnen am frühen Abend los, über die Acker- und Dorotheenstraße und den Oberbilker Markt nach Friedrichstadt. Es ging also vorbei an einigen Hotspots des Gentrifizierungsprozesses in Düsseldorf. Viele TeilnehmerInnen trugen Schilder mit witzigen Aussagen wie “Fischstäbchen statt Miethaie” oder “Lieber ein starker Kater als hohe Mietzen”. Einige hatten auch selbst gestaltete Boller- und Einkaufswagen dabei, die sie mit Musikanlagen bestückt hatten.

Zu einem überflüssigen Zwischenfall kam es auf der Lindenstraße, wo Gäste des XXL MusicCafés gerade einer Sportübertragung mit deutscher Beteiligung folgten. Auf “Nie wieder Deutschland”-Rufe der vorbeiziehenden DemonstrantInnen reagierten einige der KneipenbesucherInnen, indem sie Gläser und Flaschen in die Menge warfen, bis die Polizei dazwischen ging.
An der Bahnhaltestelle Lindenstraße nutzten einige AktivistInnen die Gelegenheit, mit einer “Freifahrt” in der Linie 706 für ein angemessenes Sozialticket zu demonstrieren. Das versprechen die Verantwortlichen zwar seit Jahren, vertagen die Einführung aber immer wieder, während der kolportierte Preis ebenfalls immer weiter steigt.Und immer tanzend durch die Stadt zu ziehen, kann wohl auch nicht die Lösung sein. Obwohl das am Samstag einigen Menschen sichtlich Spaß gemacht hat.

Text: Marcus Kirzynowski

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Einige haben die Backyard Klezmer Gang (BKG) vielleicht schon beim Eifelchaos erleben können. Mit Akkordeon, Gitarre, Bass, Cajon, Percussion, Ukulele, Gesang, Trompete und Saxophon stellt die BKG nicht nur für die Neusser Musik- und Kulturszene eine neue Facette und darüber hinaus eine Bereicherung dar. Wir freuen uns auf schöne Konzerte…

Hört einfach rein: Wir leben in einem Alptraum…

…ab 15:00 Uhr, im Haus der Jugend Neuss Hamtorwall 18.
Empfohlene Spende: 4€

Hallo Leute!!!
Wir freuen und diesmal ganz besonders über aktive Menschen, die Kuchen, Süßspeisen etc. mitbringen bzw. beim Auf- und Abbau m Start sind:).
Bei Interesse bitte Email an freiraumcafe@freiraumneuss.de, anrufen oder uns persönlich ansprechen.
Feinste Grüße!