Wir haben wieder in den Archiven gekramt und sind dabei auf die Publikation „Gregorius Brennessel“ gestoßen. „Gregorius Brennessel“ stellte in den 1980ern wohl so etwas wie ein, vermutlich privates, Verlautbarungsorgan „kritischer“ PolizistInnen in Neuss dar. So weit, so schlecht.
In diese Zeit fällt auch die „Anmerkung einiger eingesetzter Kollegen“ bezüglich der Neusser Chaostage vor dem Rathaus auf dem Hansafest 1989. Wir möchten Euch dieses wertvolle Zeitdokument nicht vorenthalten…

Polizeilicher Einsatz (!?) anlässlich des Neusser Hansafestes oder des Punkertreffens

Zu Beginn des Nachtdienstes wurde vom Spätdienst übergeben, dass sich ca. 100 Punker vor dem Rathaus versammelt hätten – sie wären friedlich.

Bei der ersten ´streifenmäßigen´ Überwachung konnte man schon feststellen, daß der Rathausvorplatz von diesen Punkern total ´versaut´ war. Kurze Zeit später wurde die erste strafbare Handlung durch die Punker beobachtet. Während der Durchführung der Maßnahmen (Personalienfeststellung) kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen mit den Punkern, die mit Bierflaschen und Glasaschenbechern bewaffnet waren.
Fazit des Einsatzes: 1 verletzter Kollege, Gefangenenbefreiung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, und letztendlich Abzug der eingesetzten Kollegen, um es nicht zu weitaus schwerwiegenderen Auseinandersetzungen kommen zu lassen.
Es wurden Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis zusammengezogen – auch an den folgenden Tagen während des Festes.
Von Neusser Bürgern wurde man angesprochen, warum die Polizei nicht gegen die Punker vorgehen würde.
Man fand die Anpöbeleien, zerbrochenen Bierflaschen, Anbetteleien und zeitweisen Auseinandersetzungen unter den Punkern selbst als unerträglich.
Was tat die Polizei?