Mittwoch, 20.11.2013 | 19:00 Uhr

Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

Eine Einführung in den Anarchosyndikalismus

KisteDrei58 | Jülicher Straße 58 | 41464 Neuss

Eintritt: Frei, Spende erwünscht

Die Kampagne “Zeit für Plan A” möchte mit einer breiten Palette an Themen viele Menschen ansprechen. Auch die, die sich bisher nicht so sehr mit Politik auseinandergesetzt haben. Die Veranstaltung geht sowohl auf Theorie, als auch Praxis der anarcho-syndikalistischen Bewegung von ihren Anfängen bis heute ein.

Wir unterstützen folgende Demonstration:

Solidarität mit allen Flüchtlingen – „Pro NRW“ die Tour vermiesen!
15. März 2013
13:30 Uhr
Treffpunkt:
„Atelierhaus“ Stresemannallee/Ecke Augustinusstraße
41464 Neuss

Gegen einen angeblich “massenhaften Asylmissbrauch und Asylbetrug” will die extrem rechte “Bürgerbewegung pro NRW” am Freitag, den 15. März 2013 im Rahmen einer “Kundgebungsserie vor Brennpunkten des Asylmissbrauchs” mobil machen. In Neuss will „pro NRW“ ab 14:00 Uhr gegen eine Flüchtlingsunterkunft an der Nordkanalallee, Ecke Augustinusstraße hetzen und mit einer Kundgebung provozieren. Dies wollen wir nicht kommentarlos hinnehmen und solidarisieren uns mit allen Flüchtlingen hier und überall!
Obwohl die Rechtspopulisten von „pro NRW“ eine völlig unbedeutende, kleinbürgerliche Partei sind, stoßen ihre Forderungen auch in der sog. Mitte der Gesellschaft auf Zustimmung. Dies zeigt uns erneut, dass diese Gesellschaft im Grunde kein erstrebenswerter Zustand ist. Für Menschen ohne Aufenthaltstitel in Deutschland ist sie jedoch besser und sicherer als die Zustände in ihren Herkunftsregionen. Wir unterstützen sie bei ihrer Suche nach Sicherheit und einem besseren Leben. Ihnen gilt unsere ganze Solidarität.

Daher fordern wir:

– Wir sind mit allen Flüchtlingen solidarisch, unabhängig davon, woher sie kommen, warum sie herkamen und wie lange sie bleiben wollen.
– Wir sind gegen eine Aufspaltung in „gute“ oder anerkannte und „schlechte“ oder nicht-anerkannte Fluchtgründe und somit insbesondere gegen die Denunzierung von Geflüchteten als „Wirtschaftsflüchtlinge“.
– Wir demonstrieren gegen die Kategorisierung von Menschen in „nützlich“ und „nicht-nützlich“ für die Gesellschaft, Wirtschaft, den Staat oder die Nation und gegen jede Form rassistischer Ausgrenzung und solcher aus Gründen der Religion, Herkunft, Geschlecht.
– Wir fordern Geldleistungen statt Sachleistungen für Flüchtlinge, da sie durch die Vorgabe bestimmten KOnsums, Nahrung, Kleidung entmündigt werden. Stattdessen sollen Geflüchtete in voller Entscheidungsfreiheit ihr Leben gestalten können.
– Wir fordern ebenso die Abschaffung oder Nicht-Einführung einer „Residenzpflicht“, die ebenso wie das Verpflichten zur Annahme bestimmter Sachleistungen die Freiheit der Geflüchteten inakzeptabel einschränkt.
– Wir fordern eine globale Bewegungsfreiheit für alle Menschen!

Wider den demokratischen Rassismus!

Angemeldeter Treffpunkt für eine gemeinsame Gegendemo zum Kundgebungsort ist um 13:30 Uhr am „Atelierhaus“ auf der Augustinusstraße, Ecke Stresemannallee (nähe Stadthalle Neuss).

14.12.2012 // 15:15 Uhr
Treffpunkt: Haus der Jugend Neuss

Gemeinsamer Gang zum Rat der Stadt Neuss

Genaueres:

jha-protest-2010Am 15.11.2012 wurde im Jugendhilfeausschuss einstimmig entschieden, die Kürzungsvorschläge des Haushaltskonsolidierungskonzeptes für das Haus der Jugend abzulehnen. Alle Fraktionen, allen voran die CDU, äußerten, wie wertvoll die Arbeit und wie groß die Wertschätzung für die Einrichtung sei. Keinen Monat später beantragte die CDU-Fraktion im Finanzausschuss vom 04.12.2012 beim Haus der Jugend Neuss und dem Greyhound 32.000,- € einzusparen.

Die Nachricht über die Streichung traf nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses der Jugend, sondern auch Jugendliche, BesucherInnen und FreundInnen wie ein Schlag. Kevin (13) “Wir sind hier jeden Tag und spielen Tischtennis, Billard, können Instrumente lernen und mit jemandem quatsche, wenns uns nicht gut geht. Ich kommen hier voll gut hin und Abends auch wieder weg. Ich will nicht, dass die das Haus zumachen“.

Andreas Franzen stellvertretender Leiter des Hauses, „Wir fordern doch nur, dass gehalten wird was uns versprochen wurde. Wir haben uns auf die Aussagen im JHA verlassen und können nicht glauben, dass jedes Jahr aufs Neue so immens an uns gespart und damit unsere Arbeit so wenig wertgeschätzt wird. Eine Arbeit, die in der heutigen Zeit der Perspektivlosigkeit von Jugendlichen so wichtig ist, darf man nicht einsparen“. „Die Resultate werden kommende Generationen ausbaden müssen“ so Franzen weiter. Und so ruft er für Freitag den 14.12.12 ab 15:15 Uhr dazu auf mit dem Haus der Jugend den Demonstrationszug vom Hamtorwall 18 zur Ratssitzung zu begleiten um für den Erhalt der Einrichtung zu kämpfen.

Für die einen ist das Haus der Jugend Neuss im Rahmen der offenen Jugendarbeit unbedingter Bedarf, für die anderen ist es eine unabdingbare kulturelle Nische, für dritte ist es beides.

Eins steht fest: Das Manko der geleerten öffentlichen Kassen wird auf dem Rücken (jugend-) kultureller Freiräume ausgetragen! Das ist doch Mist!


Der freiraum neuss e.V. schließt sich dem Aufruf zur Demonstration dringendst an!

Der freiraum neuss e.V. verweist auf folgende Veranstaltung:

Liebe Leute!

ZUR DRINGENDEN INFO:

Diesen Mittwoch, 28.09.2011 // 17:00 Uhr tagt der Jugendhilfeausschuss der Stadt Neuss – es geht auch darum, über das Haus der Jugend betreffende (Spar-!) Maßnahmen zu entscheiden! Die Sitzung findet ÖFFENTLICH im Weitzzimmer, U. 214/217 im Neusser Rathaus statt!
Es gibt zwei Treffpunkte:
Haus der Jugend Neuss, 16:00 Uhr oder 16:30 Uhr vor’m Rathaus.

Also: Hingehen und Arme verschränken!!!

Und weil es so schön war, hier noch ein Artikel des Spektakel-Magazins zur Tanzdemo in Düsseldorf. Vielleicht eine Anregung, sich auch einmal näher mit der Situation in Neuss zu beschäftigen…

Am Samstagabend zogen einige Hundert DemonstrantInnen mit fantasievollen Bollerwagen und lauter Musikbegleitung durch Düsseldorf. Die Tanzdemo richtete sich gegen zunehmende Gentrifizierung und verfocht das Recht auf Stadt.
Nicht nur die Musikbeschreibung im Demoaufruf, auch die Atmosphäre auf dem Hermannplatz erinnerte ein wenig an die Love-Parade. AktivistInnen hatten mehrere LKW und Feuerwehrwagen mit Soundsystemen aufgerüstet, aus denen Elektro, Drum’N’Bass, aber auch Soul schallte. Wäre dies wirklich die Love-Parade gewesen, hätte man die Wagen wohl Floats genannt. Aber es war ja keine und die LKW fuhren auch nicht im Kreis über den Platz, sondern begleiteten mehrere Hundert DemonstrantInnen von Flingern bis zum Friedrichstädter Fürstenplatz.
Die alte Redensart “Die Verhältnisse zum Tanzen bringen” wurde am Samstag in Düsseldorf endlich einmal ernst genommen. Das Freiräume für Bewegung-Bündnis hatte zur ersten Tanzdemo in der Landeshauptstadt aufgerufen. Unter dem Motto “Reclaim your City” (Erobere deine Stadt zurück) wollten die InitiatorInnen gegen steigende Mietpreise und dadurch bedingte Verdrängung von Einkommensschwachen aus dem Zentrum sowie für lebenswerte Stadtviertel demonstrieren. “.. im Kapitalismus wird auch Stadt zur Ware. Und alle, die sich ihr Recht auf Stadt trotzdem nehmen und dabei das innerstädtische Konsumparadies stören, werden immer stärker und systematisch vertrieben, kontrolliert und schikaniert”, schrieb das Kulturbündnis dazu in seinem Demoaufruf , “Öffentliche Orte an denen man sich, ohne Geld ausgeben zu müssen, aufhalten kann, werden immer weiter dezimiert, reglementiert und privatisiert.”
Begleitet von einem etwas übertrieben wirkenden Polizeiaufgebot zogen die überwiegend jungen DemonstrantInnen am frühen Abend los, über die Acker- und Dorotheenstraße und den Oberbilker Markt nach Friedrichstadt. Es ging also vorbei an einigen Hotspots des Gentrifizierungsprozesses in Düsseldorf. Viele TeilnehmerInnen trugen Schilder mit witzigen Aussagen wie “Fischstäbchen statt Miethaie” oder “Lieber ein starker Kater als hohe Mietzen”. Einige hatten auch selbst gestaltete Boller- und Einkaufswagen dabei, die sie mit Musikanlagen bestückt hatten.

Zu einem überflüssigen Zwischenfall kam es auf der Lindenstraße, wo Gäste des XXL MusicCafés gerade einer Sportübertragung mit deutscher Beteiligung folgten. Auf “Nie wieder Deutschland”-Rufe der vorbeiziehenden DemonstrantInnen reagierten einige der KneipenbesucherInnen, indem sie Gläser und Flaschen in die Menge warfen, bis die Polizei dazwischen ging.
An der Bahnhaltestelle Lindenstraße nutzten einige AktivistInnen die Gelegenheit, mit einer “Freifahrt” in der Linie 706 für ein angemessenes Sozialticket zu demonstrieren. Das versprechen die Verantwortlichen zwar seit Jahren, vertagen die Einführung aber immer wieder, während der kolportierte Preis ebenfalls immer weiter steigt.Und immer tanzend durch die Stadt zu ziehen, kann wohl auch nicht die Lösung sein. Obwohl das am Samstag einigen Menschen sichtlich Spaß gemacht hat.

Text: Marcus Kirzynowski