Wir haben wieder in den Archiven gekramt und sind dabei auf die Publikation „Gregorius Brennessel“ gestoßen. „Gregorius Brennessel“ stellte in den 1980ern wohl so etwas wie ein, vermutlich privates, Verlautbarungsorgan „kritischer“ PolizistInnen in Neuss dar. So weit, so schlecht.
In diese Zeit fällt auch die „Anmerkung einiger eingesetzter Kollegen“ bezüglich der Neusser Chaostage vor dem Rathaus auf dem Hansafest 1989. Wir möchten Euch dieses wertvolle Zeitdokument nicht vorenthalten…

Polizeilicher Einsatz (!?) anlässlich des Neusser Hansafestes oder des Punkertreffens

Zu Beginn des Nachtdienstes wurde vom Spätdienst übergeben, dass sich ca. 100 Punker vor dem Rathaus versammelt hätten – sie wären friedlich.

Bei der ersten ´streifenmäßigen´ Überwachung konnte man schon feststellen, daß der Rathausvorplatz von diesen Punkern total ´versaut´ war. Kurze Zeit später wurde die erste strafbare Handlung durch die Punker beobachtet. Während der Durchführung der Maßnahmen (Personalienfeststellung) kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen mit den Punkern, die mit Bierflaschen und Glasaschenbechern bewaffnet waren.
Fazit des Einsatzes: 1 verletzter Kollege, Gefangenenbefreiung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, und letztendlich Abzug der eingesetzten Kollegen, um es nicht zu weitaus schwerwiegenderen Auseinandersetzungen kommen zu lassen.
Es wurden Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis zusammengezogen – auch an den folgenden Tagen während des Festes.
Von Neusser Bürgern wurde man angesprochen, warum die Polizei nicht gegen die Punker vorgehen würde.
Man fand die Anpöbeleien, zerbrochenen Bierflaschen, Anbetteleien und zeitweisen Auseinandersetzungen unter den Punkern selbst als unerträglich.
Was tat die Polizei?


poetry slam neuss

13.05.2012 – 17 uhr
Haus der Jugend, Hamtorwall 18, 41460 Neuss

Egal ob Kurzgeschichte oder Gedicht, romantisch oder politisch, nachdenklich oder humoristisch, gelesen oder frei rezitiert … es zählt allein das selbst verfasste Werk des Künstlers.
Die Bühne gehört jedem Künstler pro Runde 6 Minuten. Beim Vortag bestehen alle künstlerischen Freiheiten, solange keine Requisiten, Hilfsmittel oder Verkleidungen zum Einsatz kommen und nicht gesungen wird … Und natürlich solange das Publikum wohlwollend reagiert.

…ab 15:00 Uhr, im Haus der Jugend Neuss Hamtorwall 18.
Empfohlene Spende: 4€

Hallo Leute!!!
Wir freuen und diesmal ganz besonders über aktive Menschen, die Kuchen, Süßspeisen etc. mitbringen bzw. beim Auf- und Abbau m Start sind:).
Bei Interesse bitte Email an freiraumcafe@freiraumneuss.de, anrufen oder uns persönlich ansprechen.
Feinste Grüße!

Polizei räumt Häuser auf der Mühlenstraße
____________________________________

Molotow-Cocktails und Wurfgeschosse
Christoph Stoffels, NGZ, 24.5.1990

Hausbesetzung Neuss, 24.5.1990

Hausbesetzung Neuss, 24.5.1990

Gestern morgen kurz nach 8 Uhr. Polizeibeamte räumen das „besetzte“ Haus an der Mühlenstraße 53 und nehmen drei Männer vorübergehend fest. Sie leisten keinen Widerstand. In dem Haus finden die Beamten Molotow-Cocktails, als Wurfgeschosse präparierte Steine, eine Gaspistole sowie ein Fahrrad und Warnleuchten, die eventuell aus Diebstählen stammen.

Es ist 8.10 Uhr. 22 Polizeibeamte, zum Teil gesichert mit Schilden und Schutzkleidung, beginnen damit, die von den „Besetzern“ vermauerten Fenster an den drei zum Abriß bestimmten Häusern an der Mühlenstraße aufzubrechen. Gleichzeitig werden die „Bewohner“ aufgefordert, das Haus zu verlassen. Drei Männer – zu dieser frühen Stunde die einzigen „Besetzer“ – kommen der Aufforderung ohne Widerstand nach. Sie werden zur Feststellung der Personalien vorläufig festgenommen. Wenig später greift die Polizei einen vierten Mann im Stadtgarten auf, vermutlich wollte er zu den anderen „Besetzern“. Nach Auskunft von Polizeisprecher Jürgen Baum stammen die Männer aus Neuss und sind zwischen 19 und 22 Jahre alt, „sind aber in der einschlägigen Hausbesetzer-Szene nicht bekannt“.
Doch schienen die „Besetzer“ des Hauses auf militanten Widerstand eingerichtet. Wie die NGZ erfuhr, fanden Polizeibeamte bei der Durchsuchung der Häuser etwa zehn fertige Molotow-Cocktails, teils in Coca-Cola-, teils in Zwei-Liter-Weinflaschen mit Lunten. Außerdem lagerten in dem Haus Eisenstücke, sowie Schotter- und Pflastersteine, die vermutlich als Wurfgeschosse gedacht waren. Äxte, Vorschlaghammer, Helme sowie zwei mit Benzin oder Verdünner gefüllte Kanister sind vermutlich deutliche Zeichen, daß sich „Besetzer“ auf gewaltsamen Widerstand eingerichtet hatten. „Es wird deswegen ermittelt, aber nicht gegen die drei Festgenommenen“, so Jürgen Baum. Die Herkunft eines Fahrrades und einiger Warnleuchten muss noch geklärt werden; laut Baum besteht Diebstahlsverdacht. Die bei einem Festgenommenen gefundene Gaspistole erwies sich als „harmloses Spielzeug“.
Die Polizei war von der Eigentümerin der Häuser, dem Gemeinnützigen Neusser Bauverein, um Unterstützung gebeten worden. Der Bauverein will die Häuser Anfang kommender Woche abreißen lassen. Vorstandsvorsitzender Klaus Harnischmacher: „Hier werden 36 Eigentumswohnungen gebaut. Die alte Schmiede und das Haus Nummer 47 mit der Stuckfassade bleiben erhalten und werden darin eingebunden.“
„Wir hatten alle Herzklopfen“, berichtet eine Anwohnerin der Mühlenstraße. Ihren Namen will sie aus Angst vor Repressalien nicht nennen. Vor zehn Tagen war das erste Haus „besetzt“ worden. „Seitdem fühlen wir uns ständig bedroht, wir sind alle krank“, erzählt sie weiter. „Bis spät in die Nacht haben dort so um die 20 Leute gefeiert“, sagt eine andere, „es war schlimm“. Den Strom hatten die „Besetzer“ vermutlich aus dem Rosengarten abgezweigt.
Nach der Räumung wurden die Häuser unbewohnbar gemacht, die Dachpfannen abgedeckt, die Fenster herausgenommen, die Treppen zerschlagen. Die Polizei wird die Häuser weiter beobachten.

SIT IN #18 am Jröne Meerke – gemütlich grillen und plaudern

SitIn #18Grillgut bitte selber mitbringen. Wir stellen eine Auswahl an Saucen, Salaten und Brot freuen uns aber dennoch über zahlreiche Ergänzungen des Buffets. Um den Rest kümmern wir uns (Grills, Kohle, Getränke…).

Kulturprogramm u.a. mit:

Maniac Luck
DJs
Guests

Möchtest Du Dich einbringen? E-Mail an: sitin@freiraumneuss.de

Anreise von Neuss Hbf:

Buslinie: 841 / 843 / 844 / 851 / 852

Haltestelle: Neusser Weyhe

Fußweg von der Haltestelle

Freiraumcafe

Es ist bald soweit und diesmal kredenzen wir Feinstes aus der veganen FastFood-Küche!!!
Möchtest Du Dich beteiligen? Email an freiraumcafe@freiraumneuss.de

Musik: Singer/ Songwriter Tommy Klapper aus Herne
Fotoausstellung: Gilbert Stramm

4 € empfohlene Spende
Im Haus der Jugend Neuss, Hamtorwall 18

Auch in diesem Jahr möchten wir gerne auf diesen Termin zu früher Stunde hinweisen:

Der Initiativkreis lädt Sie/Euch am 1. Mai 2011 um 9.00 Uhr auf dem Neusser Hauptfriedhof an den Gräbern von Hermann Düllgen und August Höhfeld zu einer Gedenkfeier zu Ehren der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer ein.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde!

„Deutschland schafft sich ab“, warnte der Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin im vergangenen Jahr. Warnte er vor den Folgen der selbstverschuldeten Finanzkrise, nach der Hunderte Milliarden zur Stützung der Pleitebanken zum Fenster hinausgeworfen wurden? Nein, Sarrazins Buch malte mit brutalstmöglicher Medienunterstützung das Bild eines Landes, das die Menschen einteilt in unten und oben, in nützliche und unnütze.

Dieses rechtspopulistische Menschenbild wurde im Namen der Freiheit verkauft und so schafften es „Bild“ und „Spiegel“ im Namen der „Meinungsfreiheit“ das Buch auf die auf die Bestsellerlisten zu hieven. Sarrazins Thesen gelangten über die Medien in alle Wohnzimmer.
Dumpfe Vorurteile und „Volkes Stimme“ werden geweckt und publiziert. Dass alle Menschen gleich sind ist eine der Lehren, die aus den Verbrechen des deutschen Faschismus und dem Widerstand zu ziehen ist. Dieser Gleichheitsgrundsatz ist zu verteidigen – gegen Neonazis ebenso wie gegen einen „gesellschaftsfähigen“ Neorassismus.