A.K.E! Die ganze Wahrheit

UPDATE 04.08.2012:

Mittlerweile könnt Ihr den Film als Livestream anschauen. Vielen Dank an Rebelcut!

Vorstellungen:  30.03.2012 um 21:30 Uhr  &  31.03.2012 um 21:30 Uhr

Hitch Kino, Oberstrasse 95, 41460 Neuss

Karten gibt’s an der Abendkasse oder telefonisch unter: 02131 – 94 000 2
Vorverkauf und Reservierung eine Woche vor Filmstart.

Der Trailer:


Seit 1997 bereichern die sympathischen Chaoten von A.K.E! die Neusser Musikszene mit ihren erfrischenden Melodien und kritischen Texten und haben schon lange Kultstatus erreicht. Ihre Liveauftritte locken auch nach all den Jahren nach wie vor zahlreiche Fans vom heimischen Fernseher in die Tanzlokale der Stadt, begeistern ein bunt gemischtes Publikum und lassen die Presse Lobgesang anstimmen. Auch wenn sie mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, alt, runzelig, spiessig und vielleicht auch etwas weise geworden sind, so bleiben sie doch die Punkrockband aus Neuss.

Nach 14 Jahren, in denen sie die lokale Musikszene maßgeblich mitgestaltet haben, verabschiedet sich die Neusser Punkband A.K.E! im November des vergangenen Jahres mit einem letzten krachenden Konzert von der Bühne. Dokumentarisch aufgearbeitet durch die freien Filmemacher Rebelcut wird hier ein ereignisreicher und emotionaler Tag festgehalten.

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Und weil es so schön war, hier noch ein Artikel des Spektakel-Magazins zur Tanzdemo in Düsseldorf. Vielleicht eine Anregung, sich auch einmal näher mit der Situation in Neuss zu beschäftigen…

Am Samstagabend zogen einige Hundert DemonstrantInnen mit fantasievollen Bollerwagen und lauter Musikbegleitung durch Düsseldorf. Die Tanzdemo richtete sich gegen zunehmende Gentrifizierung und verfocht das Recht auf Stadt.
Nicht nur die Musikbeschreibung im Demoaufruf, auch die Atmosphäre auf dem Hermannplatz erinnerte ein wenig an die Love-Parade. AktivistInnen hatten mehrere LKW und Feuerwehrwagen mit Soundsystemen aufgerüstet, aus denen Elektro, Drum’N’Bass, aber auch Soul schallte. Wäre dies wirklich die Love-Parade gewesen, hätte man die Wagen wohl Floats genannt. Aber es war ja keine und die LKW fuhren auch nicht im Kreis über den Platz, sondern begleiteten mehrere Hundert DemonstrantInnen von Flingern bis zum Friedrichstädter Fürstenplatz.
Die alte Redensart “Die Verhältnisse zum Tanzen bringen” wurde am Samstag in Düsseldorf endlich einmal ernst genommen. Das Freiräume für Bewegung-Bündnis hatte zur ersten Tanzdemo in der Landeshauptstadt aufgerufen. Unter dem Motto “Reclaim your City” (Erobere deine Stadt zurück) wollten die InitiatorInnen gegen steigende Mietpreise und dadurch bedingte Verdrängung von Einkommensschwachen aus dem Zentrum sowie für lebenswerte Stadtviertel demonstrieren. “.. im Kapitalismus wird auch Stadt zur Ware. Und alle, die sich ihr Recht auf Stadt trotzdem nehmen und dabei das innerstädtische Konsumparadies stören, werden immer stärker und systematisch vertrieben, kontrolliert und schikaniert”, schrieb das Kulturbündnis dazu in seinem Demoaufruf , “Öffentliche Orte an denen man sich, ohne Geld ausgeben zu müssen, aufhalten kann, werden immer weiter dezimiert, reglementiert und privatisiert.”
Begleitet von einem etwas übertrieben wirkenden Polizeiaufgebot zogen die überwiegend jungen DemonstrantInnen am frühen Abend los, über die Acker- und Dorotheenstraße und den Oberbilker Markt nach Friedrichstadt. Es ging also vorbei an einigen Hotspots des Gentrifizierungsprozesses in Düsseldorf. Viele TeilnehmerInnen trugen Schilder mit witzigen Aussagen wie “Fischstäbchen statt Miethaie” oder “Lieber ein starker Kater als hohe Mietzen”. Einige hatten auch selbst gestaltete Boller- und Einkaufswagen dabei, die sie mit Musikanlagen bestückt hatten.

Zu einem überflüssigen Zwischenfall kam es auf der Lindenstraße, wo Gäste des XXL MusicCafés gerade einer Sportübertragung mit deutscher Beteiligung folgten. Auf “Nie wieder Deutschland”-Rufe der vorbeiziehenden DemonstrantInnen reagierten einige der KneipenbesucherInnen, indem sie Gläser und Flaschen in die Menge warfen, bis die Polizei dazwischen ging.
An der Bahnhaltestelle Lindenstraße nutzten einige AktivistInnen die Gelegenheit, mit einer “Freifahrt” in der Linie 706 für ein angemessenes Sozialticket zu demonstrieren. Das versprechen die Verantwortlichen zwar seit Jahren, vertagen die Einführung aber immer wieder, während der kolportierte Preis ebenfalls immer weiter steigt.Und immer tanzend durch die Stadt zu ziehen, kann wohl auch nicht die Lösung sein. Obwohl das am Samstag einigen Menschen sichtlich Spaß gemacht hat.

Text: Marcus Kirzynowski