Mittwoch, 20.11.2013 | 19:00 Uhr

Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

Eine Einführung in den Anarchosyndikalismus

KisteDrei58 | Jülicher Straße 58 | 41464 Neuss

Eintritt: Frei, Spende erwünscht

Die Kampagne “Zeit für Plan A” möchte mit einer breiten Palette an Themen viele Menschen ansprechen. Auch die, die sich bisher nicht so sehr mit Politik auseinandergesetzt haben. Die Veranstaltung geht sowohl auf Theorie, als auch Praxis der anarcho-syndikalistischen Bewegung von ihren Anfängen bis heute ein.

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Mittwoch, 27. Juni, 19:00 Uhr,
Salzstr.55 in Neuss
(Haus International, gegenüber Hauptbahnhof)

Marx‘ „Kapital“ in Zeiten der Krise

In der globalen Krise bezweifeln immer mehr Menschen, dass der Kapitalismus der Weisheit letzter Schluss ist. Den Medien zufolge wächst das Interesse an Karl Marx, dem fundamentalsten Kritiker der „bürgerlichen Produktionsweise“.
Vorherrschend ist allerdings sowohl bei Globalisierungskritikern als auch bei manchen Linken eine eher oberflächliche Kapitalismuskritik, die sich zwar mitunter auch auf Marx beruft, aber von seiner radikalen Kritik an den marktwirtschaftlichen Kategorien offensichtlich nichts weiß oder nichts wissen will. Das Gerede von „gierigen Bankern“, analytisch auf demselben Niveau wie das Schimpfen auf „faule Griechen“, offenbart eine „Kritik“, welche leider nicht einmal Marx‘ Vorwort zum „Kapital“ zur Kenntnis nimmt.
Die konsequente Empfehlung, Marx doch selbst im Original zu lesen, stößt allerdings auf nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Sein lückenhaft gebliebenes „Kapital“ ist weder leicht verständlich noch frei von Widersprüchen. Ein Verständnis der Marx’schen Analyse ist kaum möglich ohne die Kenntnis zahlreicher weiterer Schriften. Muss man also den „gesamten Marx“ gelesen haben oder sogar – wie Lenin meinte – zuerst den „gesamten Hegel“? Es kann wahrscheinlich nicht schade.

Für lesefaule Menschen haben wir einen der renommiertesten deutschsprachigen Marx-Kenner zu Gast.
Dr. Michael Heinrich, Politikwissenschaftler an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Mitarbeiter der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) und geschäftsführender Redakteur von „PROKLA- Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft“ hat mit mehreren Büchern insbesondere zum ersten Band des „Kapitals“ gezeigt, dass er die komplexe Materie anschaulich und verständlich zu erläutern versteht. Nach einem einführenden Vortrag zur kategorialen Marx’schen Kapitalismuskritik wird er für eine ausführliche Diskussion zur Verfügung stehen.

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: AK-Geschichte

„We hold these truths to be self-evident…“ – Gleichheit, Freiheit, Eigentum

Das Privateigentum ist das rechtliche Basisinstitut der modernen Gesellschaft. Letztendlich kommt dem bürgerlichen Staat als eine seiner Hauptaufgaben die Sicherung des Eigentums seiner Bürger_innen zu. Daher ist es notwendig sich mit diesem die bürgerliche Gesellschaft und den Staat begründenden Institut auseinander zu setzen. Der Vortrag soll sich mit Hilfe von John Locke dem Thema nähern. Er bestimmt wie kaum ein anderer bis heute die Eigentumstheorie und das Staatsbild mit, seine Texte waren sinnstiftend für die amerikanischen und französischen Revolutionstexte. Beginnend mit seiner Naturzustandsbeschreibung und ethischen Aspekten der Freiheit soll die Eigentumsentstehung und -ordnung bei Locke sowie seine Gesellschaftsvertragsvorstellung gezeigt werden. Neben Anmerkungen zur Lohnarbeit, die für die meisten Menschen im Gegensatz zu Lockes Warenproduzenten-Bürger die Lebenswirklichkeit markiert, sollen dann die Rolle des Staates und schließlich der Schutz des Eigentums in Deutschland heute beleuchtet werden.

Um den heutigen Stand des Eigentums zu beurteilen, erscheint vor allem eine Beschäftigung mit den Anfängen liberalen Denkens lohnend und auch mit den ethischen Vorstellungen jener Zeit. Sie wirken immer noch fort und prägen unsere Gesellschaft bis heute.

Zwischen dem 16.03.2011 und 19.03.2011 hält der „Zug der Erinnerung“ in Grevenbroich und Neuss. Mehr Info’s

Der AK-Geschichte nimmt dies zum Anlass, den Begriff des „Gedenken“ einmal näher zu beleuchten:

War der Umgang mit der Erinnerung an die Shoa in Deutschland früher vor allem Verdrängung und Abwehr der Schuld, begann sich dies vor mehr als einem Jahrzehnt zu verändern. Als Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar vor 15 Jahren als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ zum nationalen Gedenktag erhob, ist nicht nur der Tag, sondern immer mehr auch die Thematisierung deutscher Verbrechen während des Nationalsozialismus und der Shoa fester Bestandteil deutscher Erinnerungskultur geworden. Was bedeutet das für ein Gedenken, das nicht die Affirmation der herrschenden Verhältnisse betreiben möchte und welche Rolle spielen der Nationalsozialismus und die Shoa, sowie das Erinnern an sie, für eine kritische Theorie der Gesellschaft? Vor dem Hintergrund dieser Fragen soll ein materialistisches Gedenken skizziert werden, das nicht ein Angebot im Supermarkt der Erinnerungskulturen ist, sondern sozialistische Kritik.

Referent: Phillip Schweizer (Die Falken Erfurt – Sozialistische Jugend)
www.falken-erfurt.de

15.03.2011
19:00 Uhr
Salzstr. 55 (Haus International)
41460 Neuss

Flyer

Wie bei allen Veranstaltungen gilt auch hier:

Mitglieder und AnhängerInnen rechtspopulistischer bzw. extrem rechter Parteien und Organisationen wie NPD, „pro NRW“, Rep oder der „Freien Kameradschaften“ haben keinen Zutritt zu der Veranstaltung. Die VeranstalterInnen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Veranstalter: AK Geschichte

Einige mögen es geradezu als dreist bezeichnen, wenn sich kurz vor dem höchsten Neusser Feiertag eine Veranstaltung kritisch mit Schützenwesen, Gesellschaft und NS auseinandersetzt. Den Eindruck hatte der AK Geschichte allerdings nicht. Mit über 30 Gästen gut besucht und äußerst aufschlussreich war der Vortrag von Henning Borggräfe ein guter Start in die Vortragsreihe und zeigt, dass eine kritische
Öffentlichkeit in Neuss durchaus vorhanden ist.

Kurzzusammenfassung zum Vortrag (PDF-Datei)

Überblick Schützenverbandsstrukturen auf Reichsebene und in Westfalen (PDF-Datei)

Deutsche Schützenzeitung, 18. April 1936 (Grafik-Datei)

VORTRAG & DISKUSSION:

Dienstag, 17.08.2010
19:00 Uhr
Haus International
Salzstraße 55
41460 Neuss

Gemeinschaftspflege und Wehrhaftmachung. Schützenvereine im Nationalsozialismus

Schützenvereine erfreuen sich als wichtige Instanzen lokaler Vergesellschaftung hoher Attraktivität. Doch trotz eines äußerst ausgeprägten Traditionsbewusstseins klaffen mit Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus Schützenzeitung 1936große Lücken im eigenen Geschichtsbild. Entweder klammern die Vereine die Jahre nach 1933 weiträumig aus, oder sie beanspruchen die Opferrolle für sich. Dabei berührten die Schützen mit ihrer Praxis der Gemeinschaftspflege und des Schießens zwei Kernziele des Regimes: die Realisierung der „Volksgemeinschaft“ und die Vorbereitung auf den Krieg.

Anhand ausgewählter westfälischer Vereine und
der reichsweiten Verbandsstrukturen zeichnet der Vortrag nach, wie sich die Schützen mit dem Nationalsozialismus arrangierten und an der Inszenierung der „Volksgemeinschaft“ sowie an der „Wehrhaftmachung“ der Bevölkerung für den Krieg beteiligten. Henning Borggräfe beschreibt die Aneignung nationalsozialistischer Ziele und die eigenen Bestrebungen unter den Schützen als zusammenhängenden, sich wechselseitig beeinflussenden Prozess, der zur Stabilisierung der NS-Herrschaft beitrug.

Der Referent:

Henning Borggräfe, geboren 1981, studierte Geschichte und Politikwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Der Vortrag basiert auf seiner im Frühjahr 2010 als Buch erschienenen Master-Arbeit. Derzeit untersucht er am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen seiner Dissertation die Auseinandersetzung um Entschädigung der NS-Zwangsarbeit seit den 1980er Jahren.

Wie bei allen Veranstaltungen gilt auch hier:

Mitglieder und AnhängerInnen rechtspopulistischer bzw. extrem rechter Parteien und Organisationen wie NPD, „pro NRW“, Rep oder der „Freien Kameradschaften“ haben keinen Zutritt zu der Veranstaltung. Die VeranstalterInnen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zumachen.

Veranstalter: AK Geschichte