„Rottenknechte“ heißt der Film des DDR-Fernsehens, den das Landesbüro der VVN-BdA NRW für nichtkommerzielle Zwecke zur Verfügung stellen kann. Er stammt aus dem Jahre 1971 und ist wie geschaffen, um die Filbinger-Debatten der letzten Wochen historisch zu illustrieren. Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident hatte an Wehrmachtsurteilen gegen Deserteure mitgewirkt. Noch im März 1945 leitete er als Marineanwalt die Hinrichtung des Matrosen Walter Gröger in Norwegen. Noch am 29. Mai 1945 – drei Wochen nach Kriegsende – verurteilte Filbinger in einem englischen Kriegsgefangenenlager den Gefreiten Kurt Petzold, der in englischer Kriegsgefangenschaft seinem ehemaligen Vorgesetzten gesagt hatte: „Ihr Nazihunde, Ihr seid Schuld an diesem Krieg.“ Filbinger: Als ehemaliger HJ-Führer hätte Petzold mit seinen Äußerungen „Gesinnungsverfall“ bewiesen. Später wurde Filbinger Landesministerpräsident, und sein Nachfolger Günter Oettinger löste scharfe Proteste aus, als er den „furchtbaren Juristen“ und Nazi Filbinger zum Widerstandskämpfer erklärte.
In dem Film „Rottenknechte“ wird geschildert, wie noch nach der deutsch-britischen Kapitulation in Dänemark und Schleswig-Holstein junge Matrosen von entmenschten Marineoffizieren ermordet werden.
Es war Anfang Mai 1945. Hitler ist tot, Großadmiral Dönitz neuer Oberbefehlshaber und Chef der Deutschen Regierung, die versucht, mit den Westmächten eine Teilkapitulation auszuhandeln. Die dadurch frei werdenden Truppen will man im Osten gegen die Russen einsetzen. Für die deutschen Offiziere tritt der Krieg damit lediglich in eine neue Phase. Sie brauchen „Ordnung und Disziplin“ auch weiterhin. Auf dem Minensucher M612 entschließen sich die Matrosen nach Durchsickern der Nachricht von der bedingungslosen Kapitulation vor den Engländern am 4. Mai 1945 zur Meuterei gegen die Durchhalteparolen ihrer Offiziere. Sie bringen das Schiff in ihre Gewalt und nehmen statt auf das heiß umkämpfte Kurland direkten Kurs Richtung Heimat. Das Kommando übernimmt der Maschinenmaat Heinrich Glasmacher. Der Minensucher M612 wird von deutschen Schnellbooten verfolgt und gestoppt. Korvettenkapitän Peters stellt die alte „Ordnung“ auf dem Schiff wieder her und organisiert ein Standgericht, das elf der meuternden Matrosen zum Tode verurteilt. Das Urteil wird am 5. Mai vollstreckt, zu einem Zeitpunkt, als die Teilkapitulation ein Ende aller Kampfhandlungen an den entsprechenden Frontabschnitten im Norden vorsieht und die Engländer bereits Kopenhagen besetzt haben. In der gleichen Nacht machen sich vier Angehörige des in Dänemark stationierten 2. Schnellbootbataillons im Schutze der allgemeinen Auflösungserscheinungen auf den Weg in Richtung Heimat, die Matrosen Schilling, Gail, Wehrmann und Schwalenberg. Sie werden aufgegriffen und an ihre Einheit übergeben. Nach der Flaggeneinholung und der bedingungslosen Gesamtkapitulation werden die vier Deserteure wie ihre Leidensgefährten von M612 abgeurteilt, drei von ihnen erschossen, praktisch als letzte Amtshandlung der hohen Offiziere, die sich unmittelbar darauf den Westalliierten mit ihren Erfahrungen im Krieg gegen den Osten andienen.
Einer der Hingerichteten, der junge Katholik Heinrich Glasmacher stammt aus Neuss. Dort wird von der VVN-BdA an ihn erinnert.

Quelle: http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0317_neuss.htm