Was bedeutet Kultur für die Stadt Neuss?

– Ein bissiger Kommentar –

Am 27.01.2010 berät sich der Jugendhilfeausschuss der Stadt Neuss in einer öffentlichen Sitzung.Es geht um die Frage, wie man durch Kürzung des Sozialetats das Finanzloch im „Haushalt 2010“ stopfen kann. (Quelle: www.neuss.de )

Dass es in erster Linie um Einrichtungen für Kinder und Jugendliche geht, Sozialarbeit – im weitesten Sinne – und alternativer Kultur an den Kragen geht, scheint selbstverständlich. Schließlich werden hier nur Kosten verursacht und wirklich messbar ist die „erbrachte Leistung“ auch nicht.

Warum sollten denn auch Prestige-Projekte oder Massen begeisternde Militärparaden den Streichungen zum Opfer fallen. Kultur ist eben nur dann wichtig, wenn Prognosen und Statistiken prophezeien, dass genug Geld in die Kassen zurück wandert oder an Traditionen festgehalten werden muss.

Niedrigschwellige Angebote erfüllen diese Vorgaben nicht.

Betroffen sind vor allem die Menschen, die erst durch unsere „Leistungsgesellschaft“ in ihr soziales Elend gestoßen wurden. Auch den Menschen, die dem tristen Dasein als SchülerInnen, StudentInnen, ArbeiterInnen o.ä., wenigstens für eine kurze Zeit entfliehen wollen, wird mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen.

Ob und wie viel nun an „unangepaßter“ Kultur, wie dem TaS (Theater am Schlachthof) oder dem NeussNow Festival gespart werden soll, welche Kinder-, Jugendmaßnahmen eingestellt werden sollen und wer sich bald auch zu den Verlierern „unseres“ Sozialstaates zählen darf, entscheidet der Rat der Stadt Neuss, u.a. auf Empfehlungen des Jugendhilfeausschusses.